Regierung
Paraguay wählte am 20. April 2008 ein neues Staatsoberhaupt. Der ehemalige Bischof Fernando Lugo hat mit seinem Wahlsieg (40 % der Stimmen) die Herrschaft der Colorado-Partei nach 61 Jahren beendet. Der 56-jährige Befreiungstheologe Lugo stellte eine Agrar- und Gesundheitsreform in Aussicht und versprach die Bekämpfung der Korruption. Damit wird nach Venezuela, Bolivien, Argentinien, Ecuador, Chile, Brasilien und Uruguay ein weiteres südamerikanisches Land künftig links regiert.
Unmittelbar nach seinem Wahlsieg verspricht Lugo: „Heute beginnt eine neue Ära. In Zukunft soll Paraguay nicht mehr im Ruf eines korrupten Armenhauses stehen, sondern bekannt werden für seine Transparenz und Aufrichtigkeit!“
Allerdings droht Paraguay unter der Regierung von Lugo ein Konflikt mit seinen beiden Nachbarländern Argentinien und Brasilien, weil der Ex-Bischof die Nutzungsverträge der beiden binationalen Staudämme neu aushandeln will. Paraguay nutzt nur einen Bruchteil der ihm zustehenden Energie, der Rest wird zu lächerlich niedrigen Preisen in die beiden unter Energieknappheit leidenden Nachbarländer exportiert.
Präsident Lugo wurde am 15. August 2008 vereidigt. [...]
